SCHWANGERSCHAFTSDIABETES VORSORGE

Schwangerschaftsdiabetes (SS-Diabetes) oder Gestationsdiabetes ist eine erstmals in der Schwangerschaft diagnostizierte Störung der mütterlichen Blutzuckerverarbeitung.

Er gehört zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen (ca. 3,7%). Die Diagnose wird gemäß den Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe durch einen oralen Zuckerbelastungstest gestellt (s.u.).

Beim typischen SS-Diabetes normalisiert sich nach der Geburt der Zuckerstoffwechsel; es sollte jedoch ca. drei Monate post partum ein erneuter Zuckerbelastungstest zur Diagnosesicherung durchgeführt werden.

Im Falle eines unbehandelten SS-Diabetes kann es zu einem übermäßigen Wachstum des ungeborenen Kindes kommen, wodurch zum einen die Erschwerung des Geburtsablaufes, zum anderen eine Anpassungsstörung und Unterzuckerung des Neugeborenen bedingt sind.

Die wesentlichen Risikofaktoren für die Entstehung eines SS-Diabetes sind:

  • Mütterliches Übergewicht
  • Erhöhtes mütterliches Alter (> 30 Jahre)
  • Übermäßige mütterliche Gewichtszunahme in der Schwangerschaft
  • SS-Diabetes in einer vorausgegangenen Schwangerschaft
  • Familiäre Diabetes-Belastung

Die Therapie für die Schwangere besteht in der Regel in einer Ernährungsumstellung (Diabetes- Diät) in Verbindung mit regelmäßiger körperlicher Bewegung. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, so muss eine Insulintherapie begonnen werden.


SCHWANGERSCHAFTS DIABETES-SCREENING I
Zwischen der 24. und 26. Schwangerschaftswoche wird gemäß den Mutterschaftsrichtlinien für Schwangere ein Diabetes-Screening Test zum Ausschluss eines SS-Diabetes durchgeführt.

Für die Durchführung des Testes müssen Sie NICHT nüchtern sein.

Bei Ihrem Besuch in unserer Praxis erhalten Sie einen „GLUCOSE-Trunk“ mit 50g Glucose.

Nach einer Stunde wird ihnen Blut aus der Vene zur Bestimmung des Blutzuckerwerts entnommen.

Während dieser Zeit müssen Sie sich körperlich ruhig halten, d.h. Sie sollten diese Stunde in unserer Praxis verweilen. Wir werden während dessen die anfallenden Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen einschließlich eines CTG’s durchführen.


SCHWANGERSCHAFTSDIABETES-SCREENING II
Findet sich beim Diabetes-Screening-Test I ein pathologisch erhöhter Blutzuckerwert, so muss zum sicheren Ausschluss bzw. zur Bestätigung eines SS-Diabetes das SS-DIABETES- SCREENING II durchgeführt werden.

Für diesen Test ist es erforderlich, dass Sie absolut NÜCHTERN sind! Die Durchführung des Testes dauert zwei Stunden.

Bei Ihrem Besuch in unserer Praxis erfolgt zunächst die venöse Blutabnahme zur Bestimmung des NÜCHTERNBLUTZUCKERS.

Sie erhalten dann einen „GLUCOSE-Trunk“ mit 75g Glucose.

In der Folge wird nach einer Stunde und nach zwei Stunden wiederum Blut aus der Vene entnommen zur Bestimmung des „EIN-STUNDEN“- bzw. des „ZWEI-STUNDEN- BLUTZUCKERWERTS“.

Während dieser Zeit müssen Sie sich körperlich ruhig halten, d.h. Sie sollten diese zwei Stunden in unserer Praxis verweilen! Wie bereits bei Test I beschrieben werden wir während dessen die anfallenden Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen einschließlich eines CTG’s durchführen.